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  • AutorenbildSandra Künzler

Bist du ein Ambivert?

Kennst du das?


Deine extrovertierte Seite sagt ja zu Verabredungen in der Zukunft, aber dann hatte deine introvertierte Seite einen stressigen Tag und will doch nicht ausgehen!


Ich konnte mich nie wirklich entscheiden, ob ich eher introvertiert oder extrovertiert bin! Wenn ich gerade in Stimmung bin, gehe ich als Letzte nach Hause von der Party. Allerdings gibt es genau so viele Tage, an denen ich lieber früh nach Hause gehe und Zeit für mich alleine brauche.


Die Unterscheidung zwischen introvertiert und extrovertiert spiegelt eine überholte und veraltete Sicht der Persönlichkeit wider. Persönlichkeitsmerkmale existieren entlang eines Kontinuums, und die grosse Mehrheit von uns ist weder introvertiert noch extrovertiert - wir liegen irgendwo in der Mitte.


Ambiverts haben einen deutlichen Vorteil gegenüber echten Introvertierten und Extrovertierten. Da ihre Persönlichkeit nicht zu stark in eine der beiden Richtungen tendiert, fällt es ihnen viel leichter, ihren Umgang mit Menschen an die jeweilige Situation anzupassen. Dies ermöglicht es ihnen, leichter und tiefer mit einer Vielzahl von Menschen in Kontakt zu treten.


Ambiverts sind die besseren Verkäufer!


Viele Menschen gehen davon aus, dass extrovertierte Menschen die besten Verkäufer, die besten Führungskräfte und die erfolgreichsten Mitarbeiter sind - das ist falsch! Adam Grant, einer der angesehensten Organisationspsychologen analysierte 35 verschiedene Studien und fand heraus, dass die statistische Beziehung zwischen Extrovertiertheit und Einkommen gleich Null ist.


Er führte eine Persönlichkeitsstudie durch und sammelte Verkaufsdaten von mehr als 300 männlichen und weiblichen Verkäufern. Die Personen, die in Bezug auf Extrovertiertheit und Introvertiertheit genau in der Mitte lagen - Ambiverts - erwiesen sich als die besten Verkäufer.


Ambiverts erzielten 24 % mehr Umsatz als Introvertierte und unglaubliche 32 % mehr Umsatz als Extrovertierte!


Grant stellte die Theorie auf, dass Ambiverts ein Gleichgewicht zwischen den beiden extremeren Persönlichkeitsmerkmalen zu finden scheinen, da sie von Natur aus flexibler auf ihr Gegenüber eingehen können und dabei trotzdem durchsetzungsfähig sind.


Wie gesellig und kontaktfreudig man ist, wird weitgehend von Dopamin bestimmt, dem Wohlfühlhormon des Gehirns. Offenbar haben extrovertierte Menschen mehr Dopaminrezeptoren in ihrem Gehirn als introvertierte Menschen! Dies bedeutet, dass extrovertierte Menschen mehr Dopamin benötigen, um sich glücklich zu fühlen, weil sie weniger empfindlich darauf reagieren. Je mehr sie reden, sich bewegen und anregenden Aktivitäten nachgehen, desto mehr spüren extrovertierte Menschen die angenehme Wirkung von Dopamin.


Introvertierte Menschen nimmt man als ruhig, zurückhaltend, in sich gekehrt wahr - Extrovertierte dagegen als gesellig, abenteuerlustig und risikofreudig.


Dabei sind introvertierte Menschen nicht automatisch schüchterne Menschen. Wer schüchtern ist, hat Angst, vor seinen Mitmenschen zu scheitern, zu versagen. Introvertierte haben nicht unbedingt Angst zu scheitern. Sie ertragen soziale Kontakte einfach nur in kleineren Dosierungen. Die Gesellschaft anderer ermüdet sie schneller und sie sehnen sich häufiger nach Ruhe.


Viele glauben noch immer, dass erfolgreiche Menschen eine forsche, laute Art haben müssen, und dass Glück mit Kontaktfreudigkeit einhergeht. Doch das stimmt nicht, denn Sorgfalt, Analyse und Konzentration sind u.a. Stärken der "Stillen", durchaus Eigenschaften, welche in der Führungsetage gefragt sind!


Welche Beschreibung trifft auf dich zu?

  • Ich fühle mich zu Menschen hingezogen, bekomme Energie aus gesellschaftlichen Zusammenkünften und bin kontaktfreudig. (Extrovertiert)

  • Es ist anstrengend, unter vielen Menschen zu sein. Ich bevorzuge Ruhe, Einsamkeit und stille Zeit. In meiner Freizeit sehne ich mich normalerweise nach Zeit für mich allein. (Introvertiert)

  • Es kommt darauf an. (Ambivert)

Es ist wichtig, herauszufinden, wo du auf der Skala Introversion/Extroversion stehst. Somit wirst du dir deiner persönlichen Neigungen bewusst und kannst deine Stärken ausspielen. Ebenso kannst du damit, je nach Verfassung, gezielter für mehr Erholung oder Aktivität sorgen.

Auch deine emotionale Intelligenz wird gefördert, und deine Performance verbessert sich.


Je mehr der folgenden Fragen auf dich zutreffen, desto eher gehörst du zu den Ambiverts.


1. Ich kann Aufgaben allein oder in einer Gruppe erledigen. Ich habe keine besondere Vorliebe für eine der beiden Möglichkeiten.


2. Ich fühle mich in einer sozialen Umgebung nicht unwohl, aber ich bin es leid, zu oft unter Menschen zu sein.


3. Es macht mir Spass, im Mittelpunkt zu stehen, aber ich mag es nicht, wenn es immer der Fall ist.


4. Manche Leute halten mich für ruhig, andere für sehr sozial.


5. Ich muss nicht immer in Bewegung sein, aber zu viel Ruhe langweilt mich.


6. Ich kann mich genauso leicht in meinen eigenen Gedanken verlieren wie in einem Gespräch.


7. Smalltalk finde ich nicht unangenehm, aber zu viel davon langweilt mich.


8. Manchmal fällt es mir leicht anderen Menschen zu vertrauen, und manchmal bin ich skeptisch.


9. Wenn ich viel Zeit allein verbringe, langweile ich mich, aber zu viel Zeit mit anderen Menschen erschöpfen mich.


Je besser du verstehst, in welche Kategorie du fällst, je bewusster kannst du dir aussuchen, wo und mit wem du deine Zeit verbringst!

  • An welchen Orten fühlst du dich am wohlsten und blühst auf? Ist es in einer Bar, in einem Restaurant, im Meetingraum, an einem Networking Event oder alleine im Büro?

  • Welche Menschen beflügeln und inspirieren dich?

  • Umgibst du dich mehrheitlich mit Menschen, die dir Energie geben oder entziehen? Verbringst du genügend Zeit alleine?


Es gibt keinen richtigen oder falschen Persönlichkeitstyp. Das einzig Richtige ist, so zu leben, zu handeln und dich mit dem anzufreunden, was du wirklich bist. Setze auf deine Stärken, und lerne dein wahres Ich kennen. Gerade als Ambivert ist es wichtig, achtsam mit sich umzugehen, und regelmässig zu prüfen, ob du gerade Ruhe oder eher soziale Kontakte benötigst!


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