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  • AutorenbildSandra Künzler

Die hedonistische Tretmühle - Wege aus der Glücksfalle


Wir können alles erreichen, aber nichts stellt uns zufrieden. Unsere Lebenszeit ist endlich, wer sich dem nicht jeden Tag bewusst wird, läuft Gefahr seine Lebenszeit zu verschwenden!

Geld verdienen, Geld ausgeben, Besitz, Zerstreuung und Unterhaltung. Wir jagen ständig neuen Zielen hinterher aber finden keine Zufriedenheit oder einen echten Sinn im Leben!


In unserer ständig wachsenden, von Konsum geprägten Welt, streben viele nach Glück und Zufriedenheit. Doch warum fühlen wir uns trotz erzielter Erfolge und materiellen Gewinnen nicht dauerhaft glücklich? Jeder kennt das Hamsterrad aus eigener Erfahrung, wir strampeln uns ab und peilen neue Ziele an, die uns dem Glück näher bringen sollen.


"Wenn ich erstmal das Studium beendet habe, den neuen Job gefunden habe, das neue Auto gekauft habe...dann bin ich glücklich und zufrieden."


Kennst du solche Gedanken?


Wir sind eine Wohlstandsgesellschaft aber keine glückliche Gesellschaft. Das Leben vieler Menschen ist von Angst, Unsicherheit und Stress geprägt auf der Jagd nach Macht, Erfolg und Geld. Beim Versuch möglichst viele Glücksmomente zu erhaschen, bleibt das eigentliche Leben auf der Strecke. Immer wieder erlebe ich Menschen, die ihren Erfolg gar nicht mehr feiern und geniessen können, weil sie sofort nach mehr streben, und das nächste Ziel erreichen wollen.


Ein nicht wirklich sinnvoller Konsum kann auch durch das Vergleichen mit anderen angestachelt werden. Wenn der Nachbar plötzlich einen Pool hat, möchtest du auch einen, obwohl du gar nicht gern schwimmst. Das bedeutet du musst immer mehr Geld verdienen, um mithalten zu können, hast dadurch immer weniger Zeit, all deine Besitztümer geniessen zu können und somit auch weniger Lebensqualität.


Hedonistische Tretmühle?


Die hedonistische* Tretmühle, auch als hedonistische Anpassung bekannt, beschreibt die Tendenz des Menschen, sich an positive oder negative Veränderungen in seinem Leben anzupassen und nach einer gewissen Zeit wieder auf sein ursprüngliches Glückslevel zurückzukehren. Egal ob es um beruflichen Erfolg, finanziellen Gewinn oder persönliche Beziehungen geht – die anfängliche Freude und Zufriedenheit nimmt im Laufe der Zeit ab, und wird schnell wieder zur Normalität. Die hedonistische Tretmühle ist auch ein Grund dafür warum der Kapitalismus so gut funktioniert. Der Kauf von materiellen Gütern schüttet kurzfristig Glückshormone aus. Weil die Freude und das Glück aber nicht lange anhalten, kommt das Gefühl sich durch einen weiteren Kauf wieder belohnen zu wollen, schnell auf.


Das HAP Modell


Das HAP Modell, auch bekannt als Hedonic Adaptation Prevention Modell, wurde von Psychologen entwickelt, um Wege aufzuzeigen, wie Menschen ihre Neigung zur hedonistischen Anpassung verringern können. Es betont die Bedeutung von Aktivitäten, die das Glück nachhaltig beeinflussen können, wie zum Beispiel soziale Interaktionen, Achtsamkeit und altruistisches Verhalten.


Die Setpoint Theorie zum Lebensglück


Die Setpoint Theorie argumentiert, dass jeder Mensch ein genetisch festgelegtes "Glückslevel" hat. Unabhängig von den äusseren Umständen neigen Menschen dazu, zu diesem vorbestimmten Glückslevel zurückzukehren. Das bedeutet, dass selbst nach bedeutenden Lebensereignissen – sei es positiv oder negativ – das Grundniveau des Glücks im Laufe der Zeit wieder erreicht wird.


Wir sind eine Wohlstandsgesellschaft aber keine glückliche Gesellschaft.


Das Leben vieler Menschen ist von Angst, Unsicherheit und Stress geprägt auf der Jagd nach Macht, Erfolg und Geld. Beim Versuch möglichst viele Glücksmomente zu erhaschen, bleibt das eigentliche Leben auf der Strecke. Immer wieder erlebe ich Menschen, die ihren Erfolg gar nicht mehr feiern können, weil sie sofort nach mehr streben, und das nächste Ziel erreichen wollen.


Der Song "Rock me Amadeus" von Falco dem verstorbenen Wiener Popstar, hatte es als bis heute einziger deutschsprachiger Song, auf Platz 1 der US Charts geschafft. Falco liess sich jedoch vom hohen Erwartungsdruck einschüchtern und sagte, dass er dies nie wieder schaffen wird und seine Karriere damit am Ende sei.


Tipps zur Flucht aus der hedonistischen Tretmühle


1. Achtsamkeit praktizieren

Durch Achtsamkeit lernen wir, den gegenwärtigen Moment voll zu erleben, ohne uns von vergangenen Erfahrungen oder zukünftigen Erwartungen ablenken zu lassen. Im Stress des Alltags wird vieles als selbstverständlich angesehen oder erst gar nicht mehr wahrgenommen!


2. Wertschätzung entwickeln

Aktiv die kleinen Freuden im Leben zu schätzen, kann helfen, die hedonistische Tretmühle zu verlangsamen. Dies kann durch das Führen eines Dankbarkeitstagebuchs oder das bewusste Erleben von Augenblicken der Freude geschehen.


3. Variation in den Alltag bringen

Abwechslung und neue Erfahrungen können die hedonistische Anpassung verlangsamen. Das kann bedeuten, neue Hobbys zu entdecken, Reisen oder einfach Routinen zu ändern.


4. Soziale Verbindungen

Soziale Beziehungen und Gemeinschaft tragen oft dazu bei, das allgemeine Glücksniveau zu verbessern. Investiere in qualitative Beziehungen und pflege soziale Bindungen.


5. Altruistisches Verhalten

Die Erfahrung, anderen zu helfen, kann tiefe und dauerhafte Glücksgefühle erzeugen. Altruistisches Verhalten verschiebt den Fokus weg von persönlichem Gewinn hin zu einem grösseren, sinnvollen Zweck.


6. Freude am Verzicht

Das Streben nach noch mehr bewusst limitieren und Erlebnisse mit Gleichgesinnten intensivieren. Ein gutes Gespräch bleibt ein gutes Gespräch, während ein materielles Gut an Attraktivität verliert. Versuch ab und zu deine Bedürfnisse zu kontrollieren, und nicht einfach wahllos zu konsumieren.


Wirf einmal den Blick auf deinen Besitz und frage dich, welche Dinge machen mich wirklich glücklich, was brauche ich wirklich, und was steht nur rum. Es geht nicht darum, plötzlich auf alles zu verzichten, sondern darum, dein Bewusstsein dafür zu schärfen, was dir wirklich wichtig ist. Ist dein Konsum eventuell nur eine Ersatzbefriedigung für etwas anderes, das fehlt um wirklich glücklich zu sein?


7. Bedürfniskontrolle

Es gibt unzählige Möglichkeiten unsere Bedürfnisse sofort zu befriedigen! Übersättigung und Abstumpfung führen irgendwann zur Unfähigkeit wirklich Freude zu empfinden oder bewusst geniessen zu können.


Studien bestätigen: Wir können langfristig glücklicher sein!


Während die Metapher der hedonistischen Tretmühle und die Konzepte der hedonistischen Anpassung und der festen Glücks-Sollwerte zunächst entmutigend erscheinen mögen, hat die jüngste Forschung gezeigt, dass es möglich ist, diese Denkmuster zu verändern, indem wir unsere Aufmerksamkeit bewusst auf Handlungen richten, die in unserer Kontrolle liegen.


Die hedonistische Tretmühle ist eine allgegenwärtige Herausforderung auf dem Weg zum Glück. Verständnis für ihre Mechanismen, das Bewusstsein für den eigenen Setpoint und das aktive Einbinden von Glückspraktiken können dazu beitragen, dem Zyklus der hedonistischen Anpassung zu entkommen. Glück ist keine endliche Ressource – es liegt in unserer Macht, es nachhaltig zu kultivieren.


Mental Coaching kann dich dabei unterstützen DEIN Leben zu leben, und deine wahren Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen. Selbstverwirklichung führt zu mehr Sinnhaftigkeit im Leben und hilft dir, dich den negativen Auswirkungen der hedonistischen Tretmühle zu entziehen.


Ganz im Sinne des altruistischen Verhaltens darfst du mir und deinem Netzwerk eine Freude machen, in dem du diesen Artikel teilst!


*von Hedonismus = Streben nach Sinneslust und -genuss


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