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  • AutorenbildSandra Künzler

Empathie - Führen mit GefühI

In der heutigen dynamischen und sich ständig wandelnden Geschäftswelt steht eine Eigenschaft im Mittelpunkt, die den Erfolg eines Unternehmens massgeblich beeinflusst: Empathie. Logik und Rationalität sind wichtige Faktoren im Berufsleben. Charakter, die persönliche Einstellung gegenüber Menschen, sowie die Fähigkeit, sich in die Lage anderer hineinzuversetzen und echtes Mitgefühl zu zeigen, ist allerdings von entscheidender Bedeutung um nachhaltige Unternehmenserfolge und eine positive Arbeitsumgebung zu schaffen.


Empathie war schon immer eine wichtige Fähigkeit für Führungskräfte, aber sie gewinnt jetzt eine neue Bedeutung und Priorität. Empathie wird deutlich unterschätzt, u.a. auch weil sie häufig mit dem deutschen Wort "Mitgefühl" übersetzt, was mit Schwäche in Zusammenhang gebracht wird.


Man weiss schon lange, dass sich Empathie positiv auf die Menschen auswirkt, aber neue Untersuchungen zeigen, wie wichtig sie ist, von der Innovation bis zur Mitarbeiterbindung. Grossartige Führungsqualitäten erfordern eine feine Mischung aus allen möglichen Fähigkeiten, um die Voraussetzungen für Engagement, Zufriedenheit und Leistung zu schaffen, und Empathie steht ganz oben auf der Liste.


Unterschiedliche globale Studien haben ergeben, dass Empathie diverse positive Auswirkungen hat:

I. Empathie als Schlüssel für mentale Gesundheit: Der moderne Arbeitsplatz ist oft mit Stress und Druck verbunden, was zu einem erhöhten Risiko von Burnout und psychischen Erkrankungen führt. Empathische Führungskräfte nehmen die Gefühle und Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter ernst und schaffen eine offene Kommunikationskultur. Sie hören aufmerksam zu und bieten Unterstützung, damit helfen sie ihren Mitarbeitern, Stress abzubauen und ihre mentale Gesundheit zu verbessern. Eine empathische Führungskultur fördert auch das Vertrauen der Mitarbeiter, sich bei persönlichen Herausforderungen an ihre Vorgesetzten zu wenden, was letztendlich zu einem gesünderen und produktiveren Arbeitsumfeld führt.

II. Empathie fördert die Innovation: Innovative Ideen entstehen oft aus einem tiefen Verständnis der Bedürfnisse und Herausforderungen anderer. Empathische Führungskräfte ermutigen ihre Teams, sich in die Perspektive der Kunden oder Endnutzer hineinzuversetzen. Durch diese Herangehensweise können sie Produkte und Dienstleistungen entwickeln, die tatsächlich auf die Bedürfnisse der Zielgruppe zugeschnitten sind. Zudem fördert Empathie die Kreativität, da Mitarbeiter sich sicher fühlen, ihre Ideen und Vorschläge ohne Angst vor Kritik zu teilen.

III. Empathie als Mittel zur Mitarbeiterbindung: Eine hohe Fluktuation von Mitarbeitern kann Unternehmen viel Zeit und Geld kosten. Empathische Führungskräfte zeigen nicht nur Verständnis für die beruflichen Bedürfnisse ihrer Mitarbeiter, sondern auch für deren persönliche Ziele und Ambitionen. Indem sie sich für die individuelle Entwicklung ihrer Mitarbeiter einsetzen, schaffen sie eine starke Bindung, die Mitarbeiter dazu motiviert, langfristig im Unternehmen zu bleiben. Dies führt zu einem geringeren Mitarbeiterwechsel und einer höheren Kontinuität in Teams.

IV. Empathie steigert die Mitarbeiterperformance: Empathische Führungskräfte wissen, wie sie das Potenzial ihrer Mitarbeiter optimal fördern können. Sie erkennen die Stärken und Schwächen jedes Einzelnen und setzen diese gezielt ein. Indem sie den individuellen Bedürfnissen gerecht werden, steigern sie die Arbeitszufriedenheit und Motivation ihrer Mitarbeiter. Studien haben gezeigt, dass eine positive Arbeitsumgebung, die durch Empathie geprägt ist, die Produktivität und Effizienz der Mitarbeiter deutlich verbessert.

V. Empathie führt zu höherem Mitarbeiterengagement: Engagierte Mitarbeiter sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Organisation. Empathische Führungskräfte zeigen ihre Wertschätzung und Anerkennung für die Arbeit ihrer Mitarbeiter, was diese zu einem verstärkten Einsatz und einem höheren Engagement motiviert. Wenn Mitarbeiter das Gefühl haben, dass sie in ihrem Unternehmen gehört und geschätzt werden, sind sie bereit, sich voll und ganz für die gemeinsamen Ziele einzusetzen. Dadurch entsteht eine positive Feedback-Schleife: Engagierte Mitarbeiter führen zu einer erfolgreichen Organisation, was wiederum das Engagement der Mitarbeiter weiter stärkt.


Führungskräfte können auf zwei Arten Einfühlungsvermögen zeigen. Erstens können sie sich durch kognitive Empathie in die Gedanken einer anderen Person hineinversetzen ("Wenn ich in seiner/ihrer Lage wäre, was würde ich jetzt denken?").


Führungskräfte können sich auch auf die Gefühle einer Person konzentrieren, indem sie emotionale Empathie zeigen ("Wenn ich in seiner/ihrer Lage wäre, wie würde ich mich fühlen"). Wichtig ist allerdings auch, dass sich Führungskräfte nicht nur in andere hineinversetzen, sondern einfach mal nachfragen, sich nach Herausforderungen erkundigen und den Mitarbeitern auch zuhören.


Führungskräfte müssen keine Experten für psychische Gesundheit sein, um zu zeigen, dass sie sich kümmern und aufmerksam sind. Es reicht aus, wenn sie ab und zu nachfragen und ernsthaftes Interesse an ihren Mitarbeitern zeigen.


Was zeichnet empathische Menschen aus?


1. Zuhören

Sie fokussieren sich auf ihr Gegenüber und hören interessiert zu. Sie schauen ihren Gesprächspartner in die Augen und zeigen ihnen Wertschätzung.


2. Mimik und Körpersprache lesen

Sie können Mimik lesen und verstehen. Sie erkennen auch unterschwellige Emotionen. Empathen lesen Körpersignale und wissen wie sie Körpersprache einsetzen um effektiver zu kommunizieren.


3. Probleme offen ansprechen

Empathische Menschen wissen, dass Konflikte nicht gelöst werden, wenn man sie still schweigt. Sie nehmen sich Zeit für Gespräche und suchen nach konstruktiven Lösungen. Sie hören bei Konflikten genau zu, bewerten nicht, reden auf sachlicher Ebene und stellen Verständnisfragen. Sie hören zu um zu verstehen, nicht um zu antworten.


4. Gefühle verstehen und hinterfragen

Führung beginnt bei der eigenen Person. Empathische Führungskräfte nutzen Tools um sich selbst zu reflektieren und tauschen sich regelmässig mit einem Coach aus. Sie wissen, dass sie nicht unfehlbar sind, und dass negative Emotionen, häufig unbewusst, negative Auswirkungen auf ihr Wellbeing und ihre Performance haben.


5. Umgang mit eigenen Emotionen

Sie sind sich ihrer eigenen Emotionen bewusst und können diese kontrollieren. Sie wissen, wann es nicht passend ist schwierige Gespräche zu führen. Sie verstehen es aber auch Emotionen zu zeigen, wenn es angebracht ist, und es beispielsweise etwas zu feiern gibt.


6. Positive Einstellung - a smile ain't no hurt nobody.

Empathen bringen eine positive Einstellung an den Arbeitsplatz, sie begegnen ihren Kollegen und Mitarbeitern mit einem Lächeln. Sie richten ihr Augenmerk auf das Positive und lassen sich von Rückschlägen nicht unterkriegen.


7. Aufbau nachhaltiger Beziehungen

Beziehungen brauchen Zeit um sich zu entwickeln. Empathische Menschen investieren Zeit in Beziehungen und zeigen Interesse an ihren Mitmenschen. Damit bauen sie ein grosses Netzwerk auf, welches sie dabei unterstützt ihre Ziele zu erreichen.


8. Wer führen will, muss Menschen mögen

Eine empathische Führungskraft zeigt ein ehrliches Interesse an jedem einzelnen Mitarbeiter. Es geht darum sich um den Menschen zu kümmern nicht nur um seine Leistung. Intuition, Feinfühligkeit und Souveräntität sind notwendig um charismatisch Mitarbeiter zu begleiten auf dem Weg zur Top Performance und ihrer eigenen persönlichen Entwicklung.


Empathie trägt zu positiven Beziehungen und Organisationskulturen bei und führt zu besseren Ergebnissen. Empathie ist vielleicht keine brandneue Fähigkeit, aber sie hat einen anderen Stellenwert. Neuste Studien machen sehr deutlich, dass Empathie die Führungskompetenz ist, die jetzt und in der zukünftigen Arbeitswelt benötigt wird.


Und wer die Rede zum Thema Empathie und Leadership von Simon Sinek noch nicht kennt, dem sei sie wärmstens empfohlen.


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